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Logistikforum Rheinland diskutiert mit NRW-Verkehrsminister Wüst: Verkehrsinfrastruktur muss wieder „Ermöglicher“ für Wachstum der Logistikbranche werden


Unter der Fragestellung „Logistikboom im Rheinland – Welche Grenzen setzt die Verkehrsinfrastruktur“ haben jetzt 70 Teilnehmer beim Logistikforum Rheinland mit NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst diskutiert. Dabei war man sich einig, dass es intensiver Anstrengungen bedarf um die Infrastruktur an die wachsenden Verkehrsströme anzupassen. Nur so könne es gelingen, dass die Wirtschaft im Rheinland von dem Logistik-Wachstum profitiert. Ein besonderer Fokus müsse dabei auf den Brücken liegen.


Schon in seiner Begrüßung ging Gregor Berghausen, Vorstandsmitglied der Logistikregion Rheinland und Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, auf die Notwendigkeit ein, die Verkehrsinfrastruktur nicht nur zu erhalten, sondern bedarfsgerecht auszubauen. Neben dem Erhalt der Rheinbrücken müsse auch eine Verlagerung auf das Binnenschiff ernsthaft angestrebt werden.


NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst griff dies in seinem folgenden Impulsreferat auf. Die Verkehrsinfrastruktur sei in den letzten Jahren zu einem Risikofaktor für das Wirtschaftswachstum in Nordrhein-Westfalen geworden. Daher ist Logistikpolitik auch Wirtschaftspolitik. Er habe sich bewusst ambitionierte Ziele gesetzt, die Verkehrsinfrastruktur bedarfsgerecht auszubauen und zu erhalten. Die Infrastruktur solle wieder zum „Ermöglicher“ für Wirtschaftswachstum werden.


Im Landeshaushalt sei mehr Geld für Straßen eingeplant als je zuvor. Um hierfür auch die notwendigen Planungskapazitäten vorzuhalten, setze er verstärkt auf externe Vergaben. Zudem wurden hierfür im Stellenplan des Landes für das Jahr 2018 insgesamt 50 zusätzliche Stellen geschaffen, von denen bereits etwa die Hälfte besetzt sei. Die Planung führe er im engen Dialog mit der Bauwirtschaft. So wolle er Vertrauen schaffen.


Zur Verbesserung der Baustellenkoordination habe er im Verkehrsministerium eine eigene Stabsstelle eingerichtet. Das Land habe mit zusätzlichem Geld weitere Schichten bei den Baufirmen eingekauft um Baustellen zu beschleunigen. Darüber hinaus wolle er sich für eine Änderung des Landesstraßenbaugesetzes einsetzen. Klagen gegen Bauprojekte sollen so künftig nicht automatisch eine aufschiebende Wirkung haben.


Bei dem Schienenprojekten Betuwe habe er den Druck auf die Kommunen erhöht, damit schneller mit der Bahn verhandelt werde. Zur Stärkung der Binnenschifffahrt werbe er beim Bund, damit dort die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung personell stärker aufgestellt werde.


In der folgenden Podiumsdiskussion wies Johann Vanneste, Vorsitzender der Geschäftsführung des Flughafen Köln/Bonn, darauf hin, dass die Einfuhrumsatzsteuer ein Standortnachteil gegenüber den Nachbarländern sei. Zudem behindere die lange Dauer von Genehmigungsverfahren weitere Kapazitätserweiterungen.


Frank Sportolari, Managing Director UPS Germany, verdeutlichte die Bedeutung der Logistik als einer der landesweit größten Arbeitgeber. Allerdings müsse aktuell ein staubedingter Zeitverzug eingeplant werden. Dies führe zu Kostensteigerungen und gefährde Aufträge. Er habe das Ziel, in Städten gemeinsame Lager von Logistikdienstleitern aufzubauen. Von dort seien dann alternative Zustellmöglichkeiten umsetzbar. Verkehrsminister Wüst bestätigte, dass er dies gemeinsam mit der Wirtschaft umsetzen möchte.

 


Jan Eckel, Geschäftsführer von RheinCargo forderte, die Häfen auszubauen und gegen konkurrierende Flächennutzung zu sichern. Aktuell befinde sich die Binnenschifffahrt in einem Preiswettbewerb mit dem LKW.


Dass die Wirtschaft stark unter der überlasteten Infrastruktur leide, verdeutlichte nochmals Jürgen Steinmetz, stellvertretender Vorsitzender der Logistikregion Rheinland und Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. Für den Ausbau sei ein langer Atem nötig. Zum Abschluss fasste Steinmetz die Forderungen an die Landesregierung zusammen. Die geplanten Projekte sollen schnellstmöglich umgesetzt werden. Hierfür ist es notwendig neue Planungs-Stellen zu schaffen und zu besetzen. Zudem müsse sich die Landesregierung für kürzere Plan- und Genehmigungsverfahren einsetzen.


Das Logistikforum Rheinland wurde ausgerichtet durch die Logistikregion Rheinland. Im Logistikverein Rheinland e. V. haben sich 32 Logistikunternehmen, Industrie- und Handelskammern, Wirtschaftsförderungseinrichtungen und Hochschulen mit dem Ziel zusammengeschlossen, das Rheinland als Logistikstandort zu stärken und weiterzuentwickeln.


Weitere Informationen zum Logistikregion Rheinland e.V. unter www.logistikregion-rheinland.de

 



Brückenverfall ist Belastung für Logistikunternehmen

Der Logistikregion Rheinland e.V. blickt mit Sorge auf die aktuelle Entwicklung beim Verfall der Rheinquerungen. Grundsätzlich unterstützt die Initiative die gestern vorgestellten Maßnahmen von NRW-Verkehrsminister Wüst. Allerdings besteht die Sorge, dass die Kapazitäten dauerhaft nicht ausreichen, um das Verkehrsaufkommen über den Rhein abzuwickeln. „Nach der Leverkusener Brücke droht nun auch die Sperrung der A-40-Brücke. Die Aussagen, dass die Brücke jetzt unter dauernder Beobachtung steht und die Einführung von Zufahrtsbeschränkungen für bestimmte Fahrzeuge zum Schutz der Brücke geplant sind, kennen wir bereits von der A 1“, so Markus Walke Vorstandsmitglied der Logistikregion Rheinland. In einem früheren Gutachten hat die Niederrheinische IHK zu Duisburg Kosten von ca. 1,2 Mio. Euro täglich als Verlust für die Wirtschaft ermittelt. „Dies ist nur ein Teil der Wahrheit“, ergänzt Walke. „Der Schuh drückt noch woanders: Nicht nur notwendige Umleitungen führen zu längeren Fahrzeiten. Durch die Mehrbelastung der Umleitungsstrecken entstehen dort erhebliche Stau- und damit Lenkzeiten und weitere Kosten. Konkret bedeutet dies einen Zeitverlust von etwa 1,5 bis 2 Stunden je Schicht.“ Insbesondere mit Blick auf den in der Branche bestehenden Fahrermangel ist dies für Unternehmen kaum noch aufzufangen. Außerdem werden die Fahrer durch längere Fahrtzeiten gezwungen ihre Ruhezeiten auf Rastplätzen an der Strecke anstatt zu Hause zu verbringen. Walke formuliert daher einen Appell des Logistikregion Rheinland e.V. an die Politik: „Schafft auf dem vorhandenen Streckennetz Kapazitäten für den Wirtschaftsverkehr, beschleunigt die Baumaßnahmen im bestehenden Netz und schafft Kapazitäten durch Neubau. Auch eine bessere Koordination der Baustellen verkürzt die Staus und damit die Fahrtzeit.“ Im Logistikverein Rheinland e. V. haben sich 33 Logistikunternehmen, Industrie- und Handelskammern, Wirtschaftsförderungseinrichtungen und Hochschulen mit dem Ziel zusammengeschlossen, das Rheinland als Logistikstandort zu stärken und weiterzuentwickeln.


Logistikregion Rheinland auf der Messe transport logistic

Das Rheinland ist einer der bedeutendsten Logistikregionen Europas. Aus diesem Grund hat der Logistikregion Rheinland e.V. den Logistikstandort vom 05. - 08. Mai auf der "transport logistic", der weltweiten Leitmesse der Branche, beworben.


Rheinland-Erklärung an Verkehrsstaatssekretärin Bär übergeben

Das Rheinland ist eine starke Logistikregion – damit sie das bleibt und vom künftigen Wachstum der Verkehrsströme wirtschaftlich profitiert, sind Investitionen in die Infrastruktur und ausreichende Flächen für Logistikansiedlungen notwendig. Diese Botschaft vermittelten Landratsvertreter Jürgen Steinmetz als Vorsitzender des Logistikregion Rheinland e.V. gemeinsam mit Thomas Klann, stellvertretender Vorsitzender der Logistikregion, an Dorothee Bär, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.


Logistikforum Rheinland: Das Rheinland ist stark, steht aber vor Herausforderungen

Das Rheinland ist einer der europaweit attraktivsten Regionen für die Logistikbranche – wenn nicht sogar die attraktivste. Aber sie steht auch vor Herausforderungen, die zur Bewältigung des wachsenden Verkehrsaufkommens angegangen werden müssen. Dies war das Fazit der Referenten des Logistikforums Rheinland, zu dem der Logistikregion Rheinland e.V. erstmals eingeladen hatte.

 


Studie zur Logistikwirtschaft im Rheinland

Die Logistik gilt als bedeutender Wirtschaftsbereich im Rheinland. Was umfasst die Logistik aber genau, welche Auswirkungen hat sie auf den Standort und welchen Mehrwert bietet sie für das Rheinland? Antworten auf diese Fragen bietet die Studie „Logistikwirtschaft im Rheinland“, die die Hochschule Neuss für Internationale Wirtschaft im Auftrag des Logistikregion Rheinland e.V. erstellt hat.